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Der Sommer geht in die Verlängerung


Die Igel stürzen sich von den Bäumen. Ein stachliger Hinweis dass der Herbst jetzt das Sagen haben möchte - the End of Barfußtime. 

Zeit zu Verschwinden...


Das erste Ziel ist Thal. Zwischen München und Rosenheim. Zum legendären DUCATI Treffen vom DUCATI Club München. Die Jungs und Mädels organisieren das nun schon zum 36. mal. Legendär auch weil echt urig und sehr sympathisch. Selten sind soviele „KöWe“ auf einmal zu sehen wie dort (DUCATI Königswelle: absolutes Kult-Motorrad). Ganz Verrückte reiten auf dem Eisen von weither bis in die bayrischen Tiefen. Wir haben es nur halb soweit und da es der Startpunkt für unsere Herbstreise ist, entscheiden wir uns gegen die „Oldtimer“ und für die Reisedampfer.
Nachdem es in den beiden vergangenen Jahren schon bei der Anreise zu dem Event  den ultimativen FanHärtetest gab, scheint es diesmal zumindest für den Samstag etwas besser zu sein: ohne eiskalte Dusche. Aber noch haben wir knapp 300 km vor uns. Die Anreise ist aber nicht nur wettertechnisch immer wieder eine Herausforderung (vor zwei Jahren wurden wir hin und zurück komplett durchgeduscht) unterhaltsam ist auch welche wundersamen Wege zu dem sehr schönen und für uns gefühlt versteckt gelegenen Gasthof Stahuber führen. 


Die Sonne blinzelt noch etwas verhalten durch die dünne Wolkendecke die in tausend Grautönen verspricht heute, entgegen aller Ankündigungen, doch dicht zu halten. Die Regenkombi verschwindet im Seitenkoffer zusammen mit den Sommerhandschuhen, übertreiben muss man ja auch nicht. Eine gute Entscheidung, wie sich nach ein paar Kilometern rausstellt als wir bei 9 Grad über die Schwäbische Alb fegen. Herrlich, endlich mal wieder wissen wie sich Gänsehaut anfühlt... ein perfekter Start. Und die Heizgriffe funktionieren auch noch. 

„Liebling lass uns tanzen“
Kaffeestopp am Ammersee und die Sonne hats fast geschafft. Die Temperaturen wieder zweistellig und der Herbstblues fühlt sich so bittersüß an, dass ich die ganze Zeit Westernhagensongs unterm Helm trällern muss. Ein Traumtag. Es geht durch zauberhafte Birkenalleen und nur noch ein paar Kilometer dann treffen wir Axel und Christa. Axel ist noch verrückter als wir, was die rote italienische Leidenschaft angeht: er will mit seinem „dänischen Krawallbruder“ nach Thal (ein echter Oldie, also das Moped: DUCATI Scrambler aus den 1970ern). Als hätten wir uns verabredet, fast wären wir pünktlich gewesen. Aber Axel hat Geduld, er wartet auf uns am Starnberger See um die letzten Kilometer bis Thal mit uns zusammen anzubollern.

Etwas spät am frühen Nachmittag rollen wir beim Landgasthof Stahuber auf den Hof, der ist an diesem Wochenende fest in Ducatistihand. Es geht zu wie im Bienenstock, reinraus. Großes Hallo und Wiedersehensfreude, irgendwo gibts sogar noch ein Plätzchen für unsere Mopeds. Ungefähr 300 oder 400 Zweizylinder und sogar einige der seltenen Einzylinder-Rennmaschinen aus den 1960er Jahren sind da, die sieht man sonst nirgends mehr.
Staunen, schwatzen und mitfühlen wenn wieder jemand mit allem was er hat auf den Kickstarter springt. Manchmal klappts beim ersten Mal, dann gibts Applaus, manchmal klappts nicht, dann fiebern alle mit. Ich bin so erleichtert, dass das dank E-Starter an mir vorbeigegangen ist, ich hätte mir die Haxn gebrochen.


Ein toller Nachmittag und es wird mal wieder viel zu schnell dunkel. Aber der Abend ist ja auch immer sehr gemütlich und das Highlight: die Preisverleihung. Wie immer von und mit Wolfi, der wieder super kreativ war. 

Es gibt eine handsignierte Urkunde mit selbst gemaltem Bild und einen überraschend italienischen Wein für die wirklich weit gereisten. Und diesmal müsste es eigentlich auch einen Preis für die jüngste Teilnehmerin geben, aber die hat schon den 1. Platz für die weiteste Anreise auf dem eigenen Motorrad. Bad-Ass-Girl: die 19-jährige Marie aus Viersen, mehr als 700 km hat sie auf der harten Sitzbank ihrer Honda bis nach Thal runtergeritten. Standing Ovations für so einen Nachwuchs. Cooles Mädel, Marie!!! Wenn sie keine DUCATI verdient hat, dann weiß ich auch nicht. Der Papa ist noch etwas zögerlich. 
So weit wie Marie hatte ich es nicht, aber es reicht, zwar nicht für die zweitjüngste auf dem Bike, aber für den zweiten Platz. Letztes Jahr wars noch der 1., ich sag euch: die "Konkurrenz" schläft nicht...

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Kommentare: 1
  • #1

    Gustav Sucher (Freitag, 12 Oktober 2018 08:43)

    Mein Onkel ist ein Ducati Fan. Wenn es um die Bikes geht, dann ist er nicht mehr zu stoppen. Selbst wenn er ein Computerspiel sieht, das eine Ducati beinhaltet flippt er aus und muss es haben. Und ich stehe einfach nur da und weiß nicht, was ich denken soll. Danke für den Blog! https://www.shop-ducatihamburg.de/